Die 64 Hexagramme


Kien das Schöpferische der Himmel Kun das Empfangende die Erde Dschen das Erregende der Donner Kan das Abgründige das Wasser Gen das Stillehalten der Berg Sun das Sanfte der Wind das Holz Li das Haftende das Feuer Dui das Heitere der See
Kien das Schöpferische der Himmel 01 11 34 05 26 09 14 43
Kun das Empfangende die Erde 12 02 16 08 23 20 35 45
Dschen das Erregende der Donner 25 24 51 03 27 42 21 17
Kan das Abgründige das Wasser 06 07 40 29 04 59 64 47
Gen das Stillehalten der Berg 33 15 62 39 52 53 56 31
Sun das Sanfte der Wind das Holz 44 46 32 48 18 57 50 28
Li das Haftende das Feuer 13 36 55 63 22 37 30 49
Dui das Heitere der See 10 19 54 60 41 61 38 58
                 





60. Dsie / Die Beschränkung

oben Kan, das Abgründige, das Wasser
unten Dui, das Heitere, der See

Der See hat einen beschränkten Raum. Wenn mehr Wasser hineinkommt, so fließt er über. Darum muß man ihm Schranken setzen. Es sind im Bild die Wasser unten und die Wasser oben, zwischen denen die Feste des Himmels als Schranke ist.

Das chinesische Wort für Beschränkung bedeutet eigentlich die festen Glieder, durch die die Bambusstengel eingeteilt sind. Im gewöhnlichen Leben ist damit gemeint die Sparsamkeit, die feste Schranken für ihre Ausgaben hat. Im moralischen Leben sind es die festen Schranken, die sich der Edle steckt für seine Handlungen, die Schranken der Treue und der Uneigennützigkeit.


Das Urteil

Beschränkung. Gelingen.
Bittere Beschränkung darf man nicht beharrlich üben.

Schranken sind bemühend. Aber sie richten etwas aus. Durch Sparsamkeit im gewöhnlichen Leben ist man gerüstet auf Zeiten der Not. Durch Zurückhalten erspart man sich Beschämung. Aber ebenso sind Schranken in der Ordnung der Weltverhältnisse unentbehrlich.

Die Natur hat feste Schranken für Sommer und Winter, Tag und Nacht, und durch diese Schranken erhält das Jahr seine Bedeutung. So dient die Sparsamkeit dazu, daß durch feste Schranken in den Ausgaben die Güter erhalten bleiben und die Menschen nicht geschädigt werden.

Nur ist auch in der Beschränkung Maßhalten nötig. Wollte man seiner eigenen Natur allzu bittere Schranken auferlegen, so würde sie darunter leiden. Wollte man die Beschränkung der anderen zu weit treiben, so würden sie sich empören. Darum sind auch in der Beschränkung Schranken nötig.


Das Bild

Oberhalb des Sees ist Wasser:
das Bild der Beschränkung
So schaut der Edle Zahl und Maß und untersucht,
was Tugend und rechter Wandel ist.

Der See ist etwas Endliches; das Wasser ist unerschöpflich. Der See kann nur ein bestimmtes Maß des unendlichen Wassers fassen. Darin besteht seine Eigenart. Durch Sonderung und Aufrichtung von Schranken gewinnt auch im Leben das Individuum seine Bedeutung. Hier handelt es sich nun darum diese Sonderungen, die sozusagen das Rückgrat der Moral sind, ganz klar festzusetzen.

Unbeschränkte Möglichkeiten sind nichts, was für den Menschen geeignet ist. Dadurch würde sein Leben nur zerfließen im Grenzenlosen. Um stark zu werden, bedarf es der freien Schrankensetzung der Pflicht. Nur indem der einzelne sich mit diesen Schranken umgibt und frei für sich das Gebot der Pflicht festsetzt, gewinnt er die Bedeutung als freier Gast.



Die Einzelnen Linien

 

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