Die 64 Hexagramme


Kien das Schöpferische der Himmel Kun das Empfangende die Erde Dschen das Erregende der Donner Kan das Abgründige das Wasser Gen das Stillehalten der Berg Sun das Sanfte der Wind das Holz Li das Haftende das Feuer Dui das Heitere der See
Kien das Schöpferische der Himmel 01 11 34 05 26 09 14 43
Kun das Empfangende die Erde 12 02 16 08 23 20 35 45
Dschen das Erregende der Donner 25 24 51 03 27 42 21 17
Kan das Abgründige das Wasser 06 07 40 29 04 59 64 47
Gen das Stillehalten der Berg 33 15 62 39 52 53 56 31
Sun das Sanfte der Wind das Holz 44 46 32 48 18 57 50 28
Li das Haftende das Feuer 13 36 55 63 22 37 30 49
Dui das Heitere der See 10 19 54 60 41 61 38 58
                 





47. Die Bedrängnis, Die Erschöpfung

oben Dui, das Heitere, der See
unten Kan, das Abgründige, das Wasser

Oben ist der See, das Wasser darunter. Der See ist leer und erschöpft. Noch auf eine andere Weise kommt der Gedanke der Erschöpfung heraus: oben eine dunkle Linie, die zwei lichte unten hält; unten ist eine lichte Linie zwischen zwei dunkle eingeklemmt. Das obere Zeichen gehört dunklen Prinzip an während das untere dem lichten Prinzip angehört. So sind überall die Edlen von den Gemeinen unterdrückt und in Schranken gehalten.


Das Urteil

Die Bedrängnis. Gelingen. Beharrlichkeit.
Der große Mann wirkt Heil. Kein Makel.
Wenn man etwas zu sagen hat, wird es nicht geglaubt.

Notzeiten sind das Gegenteil von Erfolg. Aber sie können zu Erfolg führen, wenn sie den rechten Menschen treffen. Wenn ein starker Mensch in Not kommt, so bleibt er trotz aller Gefahr heiter, und diese Heiterkeit ist die Grundlage späterer Erfolge. Sie ist die Beständigkeit, die stärker ist als das Schicksal. Wer sich durch Erschöpfung innerlich brechen läßt, der hat freilich keinen Erfolg.

Aber wen die Not nur beugt, in dem erzeugt sie eine Kraft der Gegenwirkung, die sicher mit der Zeit ans Licht kommt. Doch dazu ist kein Gemeiner fähig. Nur der große Mann wirkt Heil und bleibt ohne Makel. Freilich nach außen hin ist ihm zunächst der Einfluß versagt, da seine Worte keine Wirkung haben. Darum gilt es in Zeiten der Not innerlich stark zu sein und wenig Worte zu machen.


Das Bild

Im See ist kein Wasser: das Bild der Erschöpfung.
So setzt der Edle sein Leben daran,
um seinem Willen zu folgen.

Wenn das Wasser aus dem See nach unten geflossen ist, muß der See vertrocknen und sich erschöpfen. Das ist Schicksal. Das ist das Bild widriger Schicksale im Menschenleben. In solchen Zeiten läßt sich nichts tun, als daß man sein Schicksal auf sich nimmt und sich selbst treu bleibt. Es handelt sich dabei aber um die tiefste Schicht des eigentlichen Wesens; denn nur die ist jedem äußeren Schicksal überlegen.



Die Einzelnen Linien

 

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