Maya-Kalender

Der Maya-Kalender ist als astronomischer Kalender das historische Kalendersystem der Maya. Es ist der am weitesten entwickelte Kalender der mesoamerikanischen Ureinwohner.

Überblick

Die Maya nutzten für rituelle und zivile Zwecke verschiedene, einander ergänzende Kalender, die auf einer Tageszählung im Zwanzigersystem beruhen: den rituellen Tzolkin-Kalender, den zivilen Haab-Kalender und die Lange Zählung, mit der längere Zeiträume erfasst werden konnten, die für Himmelsbeobachtungen und historische Aufzeichnungen eine große Rolle spielten. Die Kombinationen von Tzolkin- und Haab-Daten wiederholen sich nach einer 52 Jahre dauernden Kalenderrunde.

Das Haab ist ein Sonnenkalender mit Fünf-Tages-Interkalation, aber ohne Bindung an die Mondphasen. Der Tzolkin-Kalender ist – im Unterschied zu den meisten anderen historischen und modernen Kalendersystemen – nicht an den Sonnen- oder Mondrhythmus gebunden. Es gab zahlreiche Spekulationen, welchen astronomischen oder sonstigen Vorgaben dieses komplexe System folgt. Eine schlüssige Antwort steht noch aus und ist derzeit auch wegen der schlechten Quellenlage nicht zu erwarten.

Für die Umrechnung eines Datums des Maya-Kalenders in andere Kalendersysteme, insbesondere den europäischen julianischen oder gregorianischen Kalender wird eine Korrelationszahl verwendet, die die Differenz zwischen dem Zahlenwert der Langen Zählung der Maya und dem julianischen Tag angibt. Trotz zahlreicher unterschiedlicher Ansätze wird die sogenannte Thompson-Gleichung von 584.284 ± 1 Tag von der Mehrzahl der Fachleute akzeptiert und angewandt.

Zeiträume im Maya-Kalender

Kin, Uinal, Tun, Katun, Baktun, Pictun, Calabtun, Kinchiltun und Alautun sind Bezeichnungen für Zeiträume in der Langen Zählung des Maya-Kalender. Die Bezeichnungen höher als Baktun sind moderne Erfindungen von Forschern, die ursprünglichen Bezeichnungen sind nicht bekannt. Diese hohen Zahlenwerte kommen nur in einer kleinen Anzahl von Inschriften und im Dresdner Mayacodex vor.

Lange Zählung

Zur fortlaufenden Tageszählung benutzten die Maya wie beim Tzolkin- und Haab-Kalender ein (modifiziertes) Zwanzigersystem. Die Schreibweise der Langen Zählung lautet zum Beispiel 9.12.11.5.18 und bedeutet 9 Baktun 12 Katun 11 Tun 5 Uinal 18 Kin. Auch höhere Zahlenwerte wurden gelegentlich benutzt, so sind auf Stele 9 aus Cobá 15 Stellenwerte über alautun verzeichnet.

Die Zahlenfolge der seit dem Anfangstag der Zählung abgelaufenen Tage, in der klassischen Maya-Zeit übereinander geschrieben, wurde ergänzt durch die genaue Tagesbezeichnung der Kalenderrunde, also mit dem Tzolkin- und dem Haab-Datum, z.B. 4 Ahau 8 Cumku. Die einzelnen Stellen laufen jeweils von 0 bis 19, bis auf die vorletzte Stelle (Uinal), die nur bis 17 läuft. Dadurch, dass 1 Tun nur 18 statt 20 Uinal hat, dauert ein Tun 360 Tage, also etwa ein Haab-Jahr.

Als gesichert gilt, dass der Beginn der gegenwärtigen Maya-Schöpfung auf das Datum 13.0.0.0.0 4 Ahau 8 Cumku fällt (11. oder 13. August 3114 v. Chr.). Damit ist 13 Baktun 0 Katun 0 Tun 0 Uinal 0 Kin 4 Ahau 8 Cumku der Anfangspunkt des Maya-Kalenders. Die Zeitangabe 0.0.0.0.0 verwendeten die Maya nicht, das erste Baktun wurde 13 statt 0 genannt, nach Vollendung des Zykluses 13 Baktun sprang die Zählung aber auf 1 Baktun, somit korreliert die Lange Zählung 1.0.0.0.0 mit dem 10. oder 12. November 2720 v. Chr.

Rein rechnerisch betrachtet steht die Angabe 13.0.0.0.0 für den Anfangspunkt des Kalendersystems allerdings tatsächlich für 0.0.0.0.0. Es mag zunächst unlogisch erscheinen, dass die Maya ihren Kalenderanfang nicht 0.0.0.0.0 schrieben, sondern 13.0.0.0.0. Dies lässt sich jedoch mit der religiösen Bedeutung der Zahl 13 erklären.

Von besonderem Interesse ist das erneute Auftreten des Datums 13.0.0.0.0 (der 21. oder 23. Dezember 2012), da diese Lange Zählung zum ersten Mal seit dem Anfangspunkt dem Schöpfungstag entspricht. Für die Maya wäre die Wiederkehr dieser Konstellation zwar von ritueller Bedeutung gewesen, es gibt jedoch keinerlei Beweise dafür, dass ein solches Ereignis in der Vorstellung der Maya das Ende der Welt oder den Beginn einer neuen Schöpfung bedeutet hätte.

Ganz im Gegenteil, die Maya haben kalendarische Ereignisse bis weit in die Zukunft datiert. Außerdem wäre dieser vermeintliche „Weltuntergangstag“ im Dezember 2012 ein 4 Ahau 3 Kankin und kein 4 Ahau 8 Cumku, wie dies am Schöpfungstag der Fall war und stimmt somit ohnehin nicht exakt überein.

Für in die Zukunft gerichtete Daten folgt nun auf 13 Baktun nicht erneut 1 Baktun, sondern 14 Baktun, darauf wiederum 15 Baktun, usw. Nach Vollendung von 19 Baktun springt der Kalender nicht auf 20 Baktun, sondern zurück auf 0 Baktun. Um Eindeutigkeit herzustellen, wird nun eine neue Zähleinheit in die Lange Zählung aufgenommen, das Pictun (1 Pictun = 20 Baktun), sodass das Datum sechsstellig wird.

Daraus ergibt sich, dass sich erstens kein Datum jemals exakt wiederholen kann; zweitens, dass jeder Tag im Kalendersystem der Maya absolut einzigartig ist; und drittens, dass der Maya-Kalender theoretisch auf die Unendlichkeit hin ausgerichtet ist.

Haab

Das Haab diente den Maya zu zivilen Zwecken, wie zur Berechnung der Saat- und Erntezeiten und ähnelt unserem Kalender, da es mit 365 Tagen rund ein Sonnenjahr umfasst. Im Haab-Kalender wird das Jahr in 18 „Monate“ mit je 20 Tagen und dem 19. „Monat“ mit 5 „Unglückstagen“ unterteilt. Nach Diego de Landa haben die Maya zusätzlich in jedem vierten Jahr einen Schalttag eingeschoben.

Jedoch macht de Landa keine Angaben darüber, wie dabei der parallele Lauf von Haab und Tzolkin erhalten blieb. Ob tatsächlich Schalttage verwendet wurden, ist mangels anderer Quellen deshalb nicht bekannt. Aus diesem Grund kann auch keine Aussage über den Jahresbeginn des Haab in vorspanischer Zeit gemacht werden.

Tzolkin

Für rituelle Zwecke benutzten die Maya den Tzolkin („Zählung der Tage“), bei dem jeder Tag (Kin) durch eine Kombination einer Zahl (Ton) von 1 bis 13 mit dem Namen einer von 20 Schutzgottheiten (oder Tagesnamen) bezeichnet wird. Ein Tzolkin-Datum bezeichnet daher einen bestimmten Tag in einer Periode von 260 Tagen.

Kalenderrunde

Da der Haab-Kalender 365 Tage und der Tzolkin-Kalender 260 Tage umfasst, wiederholen sich alle 18.980 Tage oder 52 Haab-Jahre bzw. 73 Tzolkin-Jahre die Kombinationen von Haab- und Tzolkin-Daten. Dieser Zeitraum wird als Kalenderrunde bezeichnet, innerhalb deren eine Kombination aus Haab- und Tzolkin-Datum eindeutig ist.

Quellen: Wikipedia(http://de.wikipedia.org/wiki/Maya-Kalender)
Quellen: Wikipedia(http://de.wikipedia.org/wiki/Lange_Zählung)

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